DRC-Landesgruppe Ost

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Landesgruppe Ost > Archiv > JP/R 16. - 18.09.2016
Deutscher Retriever Club e.V.
Landesgruppe Ost

25 Jahre  Landesgruppe Ost


JP/R am 16.09.2016 in Wollin-Wenzlow – Ein Tag aus Freude am Jagdhund.

Vorweg gesagt, dies war das erste Mal, dass ich an einer jagdlichen Prüfung teilgenommen habe. Und es war auch das erste Mal, dass ich mit drei Kaninchen und drei Enten nebst Hund in einer Pension übernachtet habe… Ein echtes Abenteuer also.
Bereits direkt zum Meldestart habe ich meine Meldeunterlagen abgeschickt und dies erwies sich im Nachhinein auch als richtig, denn das Interesse an dieser JP/R war enorm. Warum der Andrang so groß war, stellte sich schnell heraus, nachdem wir in dem beschaulichen Örtchen in Brandenburg angekommen waren. Kurz gesagt dort erwarteten uns optimale Prüfungsbedingungen.
Freundlich willkommen geheißen wurden wir von einem gut gelaunten und bis ins kleinste Detail durchorganisierten Sonderleiter sowie einer erfahrenen und herrlich unaufgeregten Richtergruppe. Innerlich war ich selbst natürlich alles andere als unaufgeregt und so war ich froh, als wir direkt ins Prüfungsrevier fuhren. Die Landesgruppe Ost hatte für diese Prüfung ein wirklich optimales und weitläufiges Gelände organisiert und so begannen wir auf schier endlosen Wiesen mit der Identifizierung und Begutachtung der Hunde. Anschließend folgte die Probe der Schussfestigkeit. Danach wurde es ernst und wir begannen mit dem ersten Fach, der Schleppspur. Im Anschluss wechselten wir das Gelände und fuhren zu einer in der Nähe des Waldes gelegenen Weidelandschaft, auf der wir die Prüfung mit der Landmarkierung fortsetzten. In unmittelbarer Nähe befand sich auch das Wassergelände und unsere Hunde mussten sich bei den spätsommerlichen Höchsttemperaturen schon sehr beherrschen, nicht direkt die Wasserarbeit vorzuziehen. Bei der vorletzten Prüfung, der Wasserarbeit, hat sich dann auch keiner der Hunde lange bitten lassen und so haben alle gezeigt, dass das Element Wasser und ein Retriever zusammen gehören.
Als letztes Fach kam die Freie Verlorensuche an die Reihe. Im angrenzenden Kiefernwald, der durch seinen guten Bewuchs ausreichend Deckung bot, konnten die Hunde dann nochmals zeigen, was in ihnen steckt. Für meinen Hund sicher einer der Höhepunkte des Tages, denn er brennt förmlich für diese Aufgabe und wenn ich meinen Hund hierbei beobachte, drängt sich mir der Eindruck auf, dass ihn diese Arbeit erfüllt und glücklich macht. Grund genug, ein solches Abenteuer zu wagen.
Mit dem letzten Fach war es geschafft und die Aufregung wich einem ersten Gefühl von Hunger und Durst. Aber auch hier hatte die Sonderleitung uns bestens vorgesorgt und so ließen wir den Prüfungstag im Schatten eines Walnussbaumes im Biergarten des dortigen Gasthofes bei köstlichem Essen ausklingen.
Als besonders positiv möchte ich die Prüfungsatmosphäre hervorheben, denn es herrschte wirklich ein konzentriertes, interessiertes und entspanntes Miteinander. Zudem stand, nach meinem Empfinden, für alle Beteiligten gleichermaßen die Arbeit der Hunde im Mittelpunkt. Durchweg und stets pro Fach aufs Neue bemühten sich Sonderleitung und Richterteam beste Bedingungen zu schaffen, um den Hunden Gelegenheit zu geben, ihre Anlagen zu zeigen. Und so spürte man die Freude auch der Richter, wenn die Hunde ihren natürlichen Anlagen folgten und ganz in ihrem Element aufgingen. Jeder Teilnehmer hatte Gelegenheit die Arbeit der anderen Teams zu beobachten und die erfahrenen Richter gaben den einen oder anderen Tipp für die weitere Ausbildung mit auf den Weg.
So war es am Ende nicht nur ein Prüfungstag, sondern auch eine Trainingseinheit für Mensch und Hund. Vielen Dank allen Beteiligten für diese wunderbare neue Erfahrung! Besonderen Dank an Paulas Züchter, Eric Fehrs und Marion Bartsch, ohne deren Prüfungsvorbereitung und Unterstützung im Vorfeld dieses Abenteuer nicht möglich gewesen wäre.
An dieser Stelle möchte ich zuletzt vor allem die „Nichtjäger“ und Ersthundeführer unter uns ermutigen, sich mit dieser Art der Ausbildung zu beschäftigen. Ich sage nicht, dass jeder auch in letzter Konsequenz eine JP/R führen sollte, aber gebt den jungen Retrievern zumindest die Möglichkeit, diese natürlichen Anlagen in sich zu entdecken.

Svenja Cohrs mit Paula (Erix Look Twice)

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